Header Image
schnurren.de

Cashmere: Charakter, Steckbrief & Haltung

Rate this post

Die noble „Wildkatze“ im Seidengewand

Die Cashmere ist eine der exklusivsten Erscheinungen der modernen Katzenzucht. Als langhaariges Pendant zur weltberühmten Bengal-Katze vereint sie die wilde, kraftvolle Optik eines kleinen Leoparden mit einem Fell, das so weich und kostbar ist wie die namensgebende Wolle. Lange Zeit als bloßes „Nebenprodukt“ der Bengalzucht übersehen, hat sich die Cashmere heute als eigenständige Kostbarkeit etabliert. Wer sie adoptiert, bekommt eine athletische Jägerin in einem fließenden Abendkleid – eine Katze, die durch Intelligenz, Temperament und eine unvergleichliche Haptik besticht.

Cashmere Katze Portrait - Langhaarige Bengal

Herkunft und Geschichte: Das verborgene Gen der Bengal

Die Geschichte der Cashmere ist untrennbar mit der Entstehung der Bengal-Katze in den USA verbunden. Bei der Kreuzung von asiatischen Leopardkatzen mit Hauskatzen trugen einige Tiere ein rezessives Gen für langes Haar in sich, ohne dass dies den Züchtern zunächst bewusst war. Da in der Bengalzucht ausschließlich kurzes Fell erwünscht war, wurden langhaarige Kitten über Jahrzehnte hinweg als „nicht standardgemäß“ aussortiert und lediglich als Liebhabertiere abgegeben.

Erst in den letzten Jahren erkannten visionäre Züchter den einzigartigen Reiz dieser Tiere. Sie begannen, zwei dieser langhaarigen Bengal-Varianten gezielt miteinander zu verpaaren, um das Gen zu festigen. Das Ergebnis war die Cashmere (manchmal auch Pardino genannt). Heute wird sie zunehmend als eigenständige Rasse wahrgenommen, die den wilden „Glitter“ und das „Glow“ der Bengal in einer halblanghaarigen Pracht präsentiert. Sie ist das lebende Beispiel dafür, dass Schönheit oft im Verborgenen beginnt.

Besondere Merkmale: Wildtier-Anatomie unter Seide

Die Cashmere ist, wie ihre kurzhaarige Schwester, eine Katze der Athletik. Ihr Körper ist groß, langgestreckt und sehr geschmeidig. Jede Bewegung wirkt kraftvoll und anmutig zugleich. Der Knochenbau ist solide, getragen von einer muskulösen Statur, die an ihre wilden Vorfahren aus dem asiatischen Dschungel erinnert. Ihr Kopf ist breit und dreieckig, mit ausdrucksstarken Augen, die in Farben von Gold über Grün bis hin zu strahlendem Blau leuchten können.

Das Fell ist das Herzstück dieser Rasse: Es ist halblang, liegt eng am Körper an und besticht durch einen extremen Glanz. Die Textur ist seidig, fein und – wie der Name vermuten lässt – unglaublich weich. Die Zeichnungen sind spektakulär: Von klassischen Spotted-Mustern (Tupfen) über Marbled-Varianten (Marmorierung) bis hin zu den edlen Seal-Mink oder Lynx-Point Zeichnungen ist die Cashmere ein optisches Kunstwerk.

Wesen & Charakter: Ein energetischer Gesellschaftslöwe

In der Cashmere schlägt das Herz eines Abenteurers. Sie ist extrem gesellig, neugierig und liebt es, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.

  • 🧠
    Hochelligent: Sie braucht geistige Forderung und lernt oft das Apportieren.
  • 🤝
    Extroversiert: Fremden gegenüber zeigt sie sich meist offen und furchtlos.
  • 🐆
    Temperament: Ihr Spieltrieb ist enorm; sie liebt Jagdspiele und Klettern.
  • 👥
    Sozial: Sie liebt ihre Menschen und schätzt die Gesellschaft von Artgenossen.

Haltung & Pflege: Wellness für die Wilde

Die Haltung einer Cashmere erfordert Platz. Zwar kann sie als reine Wohnungskatze gehalten werden, doch benötigt sie zwingend eine dreidimensionale Raumgestaltung. Hohe Kratzbäume, Kletterwände und viel Spielzeug sind essenziell, damit sie ihre muskulöse Statur auslasten kann. Da sie sehr sozial ist, sollte sie niemals allein gehalten werden. Ein Artgenosse zum Toben ist für ihr Wohlbefinden unerlässlich.

Obwohl das Fell halblang ist, gilt es als erstaunlich pflegeleicht. Die feine Struktur neigt kaum zum Verfilzen. Zwar sagen manche Liebhaber, Bürsten sei nicht zwingend nötig, doch eine regelmäßige Pflegeeinheit (einmal pro Woche) wird empfohlen. Die meisten Cashmere-Katzen genießen diese Aufmerksamkeit sehr und es fördert die Bindung zwischen Mensch und Tier ungemein. Zudem entfernt es lose Haare, bevor sie sich in der Wohnung verteilen können.

Gesundheit & Vorsorge

Die Cashmere gilt grundsätzlich als robuste und vitale Rasse. Dennoch gibt es rassetypisch ein Thema, das jeder Halter im Blick haben sollte:

  • HCM (Hypertrophic Cardiomyopathy): Eine erbliche Herzmuskelerkrankung, die bei dieser Linie vorkommen kann. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen sind ratsam.
  • PK-Defekt (Pyruvatkinase-Defizit): Eine Form der Blutarmut, auf die seriöse Züchter ihre Tiere per DNA-Test prüfen lassen.

Mit einer artgerechten Haltung, hochwertiger Ernährung und regelmäßiger Vorsorge beim Tierarzt erreichen diese schillernden Katzen oft ein Alter von 15 Jahren.

Fragen Sie Ihren Züchter immer nach aktuellen Gesundheitszeugnissen der Elterntiere!

Häufige Fragen zur Cashmere

Einfach gesagt: Die Haarlänge. Genetisch sind sie fast identisch, doch die Cashmere trägt das rezessive Langhaar-Gen. Während die Bengal kurzes, glattes Fell hat, besticht die Cashmere durch ihr halblanges, seidiges Fell, das besonders weich ist.

Überraschenderweise nein. Durch die seidige Textur und das Fehlen einer dichten Unterwolle neigt das Fell kaum zum Verfilzen. Einmal wöchentliches Bürsten reicht völlig aus.

Der Name wurde gewählt, um das außergewöhnliche Gefühl beim Streicheln zu beschreiben. Das Fell fühlt sich so luxuriös und weich an wie die kostbare Cashmere-Wolle – ein echtes haptisches Erlebnis.

— Artikel aktualisiert am

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert