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Wie lange ist eine Katze tragend?

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Wunder des Lebens: Trächtigkeit bei Katzen – Von der Deckung bis zur Geburt

Die Nachricht, dass die eigene Katze Nachwuchs erwartet, löst bei Haltern eine Mischung aus Vorfreude und großer Verantwortung aus. Die **Trächtigkeit** einer Katze ist ein faszinierender, biologischer Hochleistungsprozess, der in nur etwa neun Wochen aus mikroskopisch kleinen Zellen vollständig entwickelte, lebensfähige Kitten formt. Doch eine Katzengeburt ist kein Selbstläufer: Von der richtigen Ernährung der werdenden Mutter über die Früherkennung von Komplikationen bis hin zur Vorbereitung der Wurfkiste gibt es viel zu beachten. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Phasen der Trächtigkeit, warum die Bestimmung der Blutgruppe über Leben und Tod entscheiden kann und wie Sie Ihre Katze homöopathisch und medizinisch optimal durch diese intensive Zeit begleiten.

Die Diagnose: Schwanger oder Scheinschwanger?

In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Deckung zeigt eine Katze kaum äußere Veränderungen. Oft ist es das Verhalten, das zuerst auffällt: Die Kätzin wird anhänglicher, ruhiger oder schläft deutlich mehr. Doch Vorsicht: Katzen können auch scheinschwanger werden. Dieser Zustand wird durch eine Hormonumstellung nach einer erfolglosen Deckung oder einer Rolligkeit ohne Deckakt ausgelöst und dauert fast so lange wie eine echte Trächtigkeit.

Das sicherste erste Anzeichen einer echten Trächtigkeit zeigt sich um den 21. Tag: Die Zitzen verfärben sich rosa (das sogenannte „Pink-up“), werden fester und das Fell in der direkten Umgebung lichtet sich. Dies liegt an der verstärkten Durchblutung und der Vorbereitung der Milchdrüsen. Ein erfahrener Tierarzt kann zu diesem Zeitpunkt die Föten bereits vorsichtig ertasten, wobei ein Ultraschall ab dem 25. Tag die sicherste Bestätigung liefert.

Trächtige Katze ruht sich aus

Die unsichtbare Gefahr: Blutgruppenunverträglichkeit

Ein Thema, das leider viel zu oft unterschätzt wird, ist die Neonatale Isoerythrolyse. Wenn die Mutterkatze die Blutgruppe B hat und die Kitten die Blutgruppe A (vom Vater geerbt) besitzen, enthalten die ersten Schlucke der Muttermilch (Kolostrum) Antikörper, die die roten Blutkörperchen der Kitten zerstören.

Die Kitten wirken bei der Geburt gesund, sterben aber innerhalb der ersten 48 Stunden qualvoll. Eine Blutgruppenbestimmung beider Elternteile vor der Verpaarung ist daher eine lebensrettende Pflicht. Die Kosten für diesen Test sind minimal im Vergleich zum potenziellen Verlust eines ganzen Wurfes. Sollte eine Unverträglichkeit vorliegen, müssen die Kitten in den ersten zwei Tagen konsequent mit der Hand aufgezogen werden, bevor sie sicher an die Zitze der Mutter dürfen.

Gesundheit & Homöopathie

Eine trächtige Katze hat einen massiv erhöhten Bedarf an Calcium und Proteinen. Ein Calciummangel kann zur gefürchteten Eklampsie (Milchfieber) führen, die sich durch Krämpfe und Unruhe äußert. Homöopathische Mittel können hier unterstützend wirken:

Vorsorge

Calcium Phosphoricum D30 unterstützt den Knochenaufbau der Kitten und schützt das Skelett der Mutter vor Auszehrung.

Geburtshilfe

Caulophyllum D30 kann ab der letzten Woche einmalig gegeben werden, um die Wehentätigkeit zu regulieren und einer Wehenschwäche vorzubeugen.

Röntgen und Ultraschall: Die Zählung

Während Ultraschall ideal ist, um die Vitalität (Herzschlag) der Kitten zu prüfen, eignet er sich kaum zur exakten Bestimmung der Anzahl. Ab dem 60. Trächtigkeitstag sind die Skelette der Kitten im Röntgenbild gut sichtbar verknöchert. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Röntgenbild unbedenklich und für den Halter extrem wertvoll: Nur wenn Sie wissen, wie viele Kitten erwartet werden, können Sie sicher sein, dass die Geburt abgeschlossen ist und kein Kitten im Geburtskanal feststeckt.

Fazit: Wachsamkeit bis zum 70. Tag

Die normale Tragezeit liegt bei ca. 63 bis 65 Tagen. Sollte Ihre Katze den 68. oder gar 70. Tag erreichen, ohne Anzeichen von Wehen zu zeigen, ist Eile geboten. Ein Kaiserschnitt kann dann notwendig sein, um das Leben von Mutter und Kindern zu retten. Sorgen Sie für eine ruhige Wurfkiste, hochwertiges Kittenfutter für die werdende Mutter und halten Sie die Nummer Ihres Tierarztes bereit. Mit der richtigen Vorbereitung wird die Geburt zu einem unvergesslichen Erlebnis, das den Grundstein für ein langes Katzenleben legt.

Fragen zur Trächtigkeit

Impfungen sollten idealerweise vor der Trächtigkeit abgeschlossen sein, um Antikörper an die Kitten weiterzugeben. Eine Entwurmung ist kurz vor der Geburt oft ratsam, da Würmer über die Muttermilch übertragen werden können – nutzen Sie hierbei jedoch nur Präparate, die explizit für trächtige Katzen zugelassen sind.

Etwa 12 bis 24 Stunden vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur der Katze um ca. 1 Grad. Die Katze wird unruhig, sucht verstärkt die Wurfkiste auf, putzt sich intensiv und stellt oft die Nahrungsaufnahme ein. Kurz vor den ersten Presswehen wird sie hörbar schnurren, um sich selbst zu beruhigen.

Die Kosten variieren je nach Zeitpunkt (Notdienst nachts/Wochenende) und Aufwand zwischen 400 und 1.200 Euro. Es ist ratsam, für den Fall der Fälle eine finanzielle Reserve einzuplanen, da Komplikationen bei der Geburt oft sofortiges chirurgisches Handeln erfordern.

— Artikel aktualisiert am

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