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Manx: Charakter, Steckbrief & Haltung

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Die geschichtsträchtige „Inselkatze“ ohne Schwanz

Die Manx-Katze ist eine der außergewöhnlichsten Erscheinungen der Katzenwelt. Beheimatet auf der Isle of Man in der Irischen See, ist sie vor allem für ein Merkmal weltweit bekannt: den fehlenden Schwanz. Was für viele wie eine Laune der Natur wirkt, ist eine jahrhundertealte Genmutation, die diese Rasse zu einem kulturellen Symbol ihrer Heimat gemacht hat. Doch hinter der markanten Optik verbirgt sich eine sanftmütige „Hopplerin“ mit einem unerschütterlich treuen Charakter.

Manx Katze Portrait - Die schwanzlose Rasse

Herkunft und Geschichte: Das Wahrzeichen der Isle of Man

Der Name der Rasse leitet sich direkt von ihrer Heimat ab: „Manx“ steht für die keltische Ursprache der Bewohner der Isle of Man. Schon vor Hunderten von Jahren bevölkerten diese Katzen die Insel und wurden aufgrund ihrer isolierten Lage und der daraus resultierenden Inzucht zu einem festen Bestandteil der lokalen Genetik.

Bereits 1901 wurde der erste Club für Manx-Katzen gegründet, was unterstreicht, wie früh diese Tiere als eigenständige Rasse wahrgenommen wurden. Ihre kulturelle Bedeutung ist so groß, dass sie 1973 sogar auf einer Zehn-Pence-Briefmarke verewigt wurden. Heute wird die Manx von großen Verbänden wie FiFe, TICA und CFA anerkannt, wobei die Zucht aufgrund der genetischen Besonderheiten eine enorme Verantwortung der Züchter voraussetzt.

Anatomie & Einteilung: Rumpies, Stumpies und Tailies

Das Fehlen des Schwanzes ist bei der Manx-Katze sehr individuell ausgeprägt. In der Zuchtwelt unterscheidet man daher drei Kategorien: Die Rumpies besitzen gar keinen Schwanz (oft zeigt sich hier eine kleine Vertiefung am Ende der Wirbelsäule). Die Stumpies haben einen kurzen Schwanzstummel, und die Tailies besitzen einen fast normal langen Schwanz.

Der Körperbau ist kompakt und rundlich. Da die Hinterbeine deutlich länger sind als die Vorderbeine, wirkt der Rücken bogenförmig ansteigend. Diese Anatomie führt zu dem für die Rasse typischen „Hoppergang“, der an die Fortbewegung eines Kaninchens erinnert. Der Kopf ist rund mit vollen Wangen, was den freundlichen Ausdruck dieser Katze unterstreicht.

Wesen & Charakter: Die Seele der Familie

Die Manx gilt als die perfekte Hauskatze. Sie ist für ihr ruhiges, umgängliches und extrem loyales Wesen bekannt. Oft baut sie zu einer bestimmten Person im Haushalt eine fast hundeähnliche Bindung auf.

  • 👨‍👩‍👧
    Menschenbezogen: Sie möchte am liebsten überall dabei sein.
  • 🐶
    Verträglich: Harmonisiert hervorragend mit Hunden und anderen Katzen.
  • 🧘
    Sanftmütig: Ein friedfertiges Wesen, das selten die Krallen zeigt.
  • 🔊
    Ruhig: Ihre Stimme ist meist zart und wird nur gezielt eingesetzt.

Haltung & Pflege: Sicherheit geht vor

Die Manx-Katze hat ein doppeltes Fell, das nach hinten hin länger wird. Trotz dieser Dichte ist sie erstaunlich pflegeleicht. Einmal wöchentliches Bürsten reicht meist aus, um das Fell seidig zu halten. Während des Fellwechsels darf es gerne etwas öfter sein.

Aufgrund der potenziellen Skelett-Fehlbildungen, die mit der Schwanzlosigkeit einhergehen können, sollte die Manx bevorzugt als Wohnungskatze gehalten werden. In einer gesicherten Umgebung, in der sie keine weiten Sprünge über gefährliche Hindernisse machen muss, fühlt sie sich am wohlsten. Da sie sehr gesellig ist, schätzt sie die Anwesenheit von Familienmitgliedern oder anderen Haustieren enorm und sollte nicht über lange Zeiträume allein gelassen werden.

Gesundheit & Genetik

Die Schwanzlosigkeit der Manx ist das Ergebnis eines dominanten Gens, das jedoch letale (tödliche) Auswirkungen haben kann, wenn beide Elternteile das Gen tragen. Daher ist eine Verpaarung zweier Rumpies strengstens untersagt.

  • Manx-Syndrom: Hierbei können Fehlbildungen der Wirbelsäule auftreten, die zu Problemen beim Laufen führen.
  • Verkürzung des Enddarms: Einige Tiere leiden unter Verdauungsproblemen aufgrund anatomischer Engpässe.

Trotz dieser Risiken gelten gut gezüchtete Manx-Katzen als robust und langlebig. Ein verantwortungsvoller Züchter ist hier der wichtigste Ansprechpartner. Bei guter Pflege erreichen sie ein Alter von rund 15 Jahren.

Wichtig: In Deutschland wird die Zucht der Manx kritisch beobachtet und unterliegt strengen Tierschutzauflagen.

Häufige Fragen zur Manx

Erstaunlicherweise ja. Obwohl der Schwanz bei Katzen als Balancierstange dient, haben Manx-Katzen gelernt, dies durch ihren kräftigen Körperbau und die starken Hinterbeine auszugleichen. Sie sind dennoch geschickte Kletterer.

In Deutschland wird die Zucht schwanzloser Katzen oft als Qualzucht eingestuft (§ 11b TierSchG), da der Schwanz ein wichtiges Kommunikationsorgan ist und das Gen oft mit schweren Wirbelsäulendefekten einhergeht.

Nein. In einem Wurf können sowohl komplett schwanzlose Kätzchen als auch solche mit Stummel oder ganz normalem Schwanz vorkommen. Letztere sind für die Gesundheit der Zucht extrem wichtig.

— Artikel aktualisiert am

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