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Leckerlis für Katzen

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Kleine Sünden, große Freude: Leckerlis für Katzen richtig einsetzen

Was für uns die Schokolade zum Feierabend oder die Chips beim Filmabend sind, das sind die Leckerlis für unsere Katzen. Diese kleinen Aufmerksamkeiten festigen die Bindung, dienen als Motivationshilfe beim Training oder sind einfach ein Zeichen purer Zuneigung. Doch hinter der bunten Vielfalt der Snack-Regale lauern oft Inhaltsstoffe, die der Gesundheit unserer sensiblen Fleischfresser mehr schaden als nützen. Ein **Leckerli** ist weit mehr als nur ein Happen zwischendurch – es ist ein Werkzeug der Kommunikation. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Belohnungen gesundheitsbewusst dosieren, welche Inhaltsstoffe Sie strikt meiden sollten und wie Sie aus einem einfachen Snack ein spannendes Intelligenzspiel machen.

Die Psychologie der Belohnung: Warum Leckerlis guttun

In der Verhaltenstherapie von Katzen spielen Leckerlis eine zentrale Rolle. Durch positive Verstärkung (Belohnung des richtigen Verhaltens) lassen sich selbst ängstliche Katzen aus der Reserve locken oder ungeliebte Prozeduren wie das Krallenschneiden oder der Gang in die Transportbox entschärfen.

Wenn eine Katze ein Leckerli erhält, wird in ihrem Gehirn Dopamin ausgeschüttet. Dies sorgt nicht nur für einen kurzen Genussmoment, sondern stärkt aktiv das Vertrauensverhältnis zum Menschen. Wichtig ist hierbei das Timing: Eine Belohnung wird von der Katze nur dann mit einer Handlung verknüpft, wenn sie innerhalb von maximal ein bis zwei Sekunden nach dem gewünschten Verhalten erfolgt. Ein wahlloses „Füttern aus Liebe“ hingegen kann dazu führen, dass die Katze lernt, Aufmerksamkeit durch Betteln zu erzwingen.

Katze nimmt vorsichtig ein Leckerli aus der Hand ihres Besitzers

Qualität im Check: Den “versteckten Müll” entlarven

Leider enthalten viele gängige Supermarkt-Snacks Zutaten, die in einem Katzenmagen nichts zu suchen haben. Achten Sie beim Blick auf die Inhaltsstoffe auf folgende Warnsignale:


  • Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse: Diese dienen oft als billige Füllstoffe und belasten die Verdauung der Katze unnötig.

  • Zucker und Karamell: Diese Stoffe werden zugesetzt, um das Futter braun und appetitlich aussehen zu lassen, fördern aber Zahnstein und Diabetes.

  • Künstliche Konservierungsstoffe: Sie können Allergien auslösen und das Immunsystem schwächen.

Die gesunde Alternative: Gefriergetrocknetes Fleisch

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, greift zu monoproteinhaltigen Snacks. Gefriergetrocknetes Fleisch (Freeze-Dried) besteht zu 100 % aus reinem Muskelfleisch oder Innereien. Bei diesem Verfahren werden dem Fleisch unter Vakuum und Kälte Wasser entzogen, wodurch Vitamine und Aromen fast vollständig erhalten bleiben – ohne jede Chemie. Diese Leckerlis sind extrem schmackhaft und werden selbst von allergischen oder nierenkranken Katzen meist hervorragend vertragen.

Kalorienfalle Leckerli: Die 10-Prozent-Regel

Übergewicht ist ein wachsendes Problem bei Wohnungskatzen. Oft wird vergessen, dass Leckerlis hochkonzentrierte Energiebomben sind. Ein kleiner Knabberstick für eine 4 kg schwere Katze entspricht im Verhältnis etwa einer halben Pizza für einen erwachsenen Menschen.

Die goldene Regel: Snacks sollten niemals mehr als 10 % des täglichen Kalorienbedarfs ausmachen. Wenn Sie intensives Clickertraining betreiben, ziehen Sie die Menge der Belohnungen unbedingt von der Hauptfutterration ab. Nutzen Sie für solche Zwecke am besten das reguläre Trockenfutter (falls Sie dieses füttern) als Belohnung, um die tägliche Kalorienbilanz nicht zu sprengen.

Snacks mit Mehrwert: Beschäftigung inklusive

Verfüttern Sie Leckerlis nicht einfach nur passiv aus der Hand. Katzen sind Jäger und lieben es, für ihre Nahrung zu arbeiten. Verstecken Sie die Belohnungen in der Wohnung, werfen Sie sie über den Boden, damit die Katze sie „erjagen“ kann, oder nutzen Sie **Fummelbretter** und Snackbälle. Diese interaktive Form der Fütterung lastet die Katze geistig aus und verhindert, dass sie Leckerlis einfach nur gierig verschlingt.

Fazit: Qualität statt Quantität

Leckerlis sind ein wertvoller Bestandteil des Katzenalltags, solange sie bewusst und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Qualität steht dabei immer vor Quantität. Ein kleines Stück hochwertiges Trockenfleisch ist für die Katze befriedigender und gesünder als eine Handvoll zuckerhaltiger Billig-Snacks. Beobachten Sie Ihre Katze genau: Glänzendes Fell, gute Verdauung und ein gesundes Gewicht zeigen Ihnen, dass Sie den richtigen Weg beim Naschen gewählt haben. Mit Maß und Ziel eingesetzt, wird jedes Leckerli zu einem kleinen Highlight, das die Liebe zwischen Ihnen und Ihrem Stubentiger täglich neu festigt.

Häufige Fragen zu Leckerlis

Ja, grundsätzlich darf sie das. Wichtig ist jedoch, dass die Menge klein bleibt und die Leckerlis gesund sind. Integrieren Sie die Snacks am besten in ein Spiel oder das tägliche Training, statt sie einfach nur „nebenbei“ zu füttern.

Absolut! Das ist oft sogar die gesündeste Option. Sie können z. B. Hähnchenbrust oder Fisch dünn schneiden und im Backofen bei niedriger Temperatur dörren. So wissen Sie zu 100 %, was drin ist – nämlich nur reines Fleisch.

Das liegt oft an künstlichen Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln oder einem zu hohen Anteil an pflanzlichen Füllstoffen (Getreide/Soya). Auch eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Proteinquellen kann vorliegen. Testen Sie bei empfindlichen Katzen immer nur kleine Mengen einer neuen Sorte.

— Artikel aktualisiert am

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